Die experimentelle Charakterisierung des dynamischen mechanischen Verhaltens von Werkstoffen unter komplexen Spannungsbedingungen ist von großer Bedeutung. Bei Verbundbelastungsexperimenten erfordert der uniaxiale Drucktest, dass das Prüfmuster und die Belastungsschnittstelle einen niedrigen Reibungszustand aufrechterhalten, um die Genauigkeit der Spannungsmessung sicherzustellen, während Scher-/Torsionsbelastungen eine hohe Schnittstelleneinschränkung benötigen, um die Last effektiv zu übertragen. Für weichmaterialien mit niedrigem Elastizitätsmodul und hohem Poisson-Verhältnis (wie Silikon, Hydrogel) ist diese Inkompatibilität der Schnittstellenbeschränkungen besonders ausgeprägt, wobei systematische Fehler eine Größenordnung erreichen können, die mit der intrinsischen mechanischen Reaktion des Materials vergleichbar ist. Basierend auf einer separaten Hopkinson-Stabschubplattform wurde der Einfluss der Klebebedingungen an den Stirnflächen auf das dynamische mechanische Verhalten von Silikon untersucht. Die experimentellen Ergebnisse zeigen, dass unter Klebebedingungen an den Stirnflächen die scheinbare Spannung des Probekörpers deutlich ansteigt, und dieser Verstärkungseffekt mit zunehmendem Längen-Durchmesser-Verhältnis der Probe zunimmt. Um den durch die Stirnklebung eingeführten Messfehler effektiv zu beseitigen, wurden drei Korrekturtheorien verglichen. Die Analyse ergab, dass alle drei Korrekturmöglichkeiten im bestimmten Dehnungsbereich den durch Reibungsstörungen verursachten falschen Größeneffekt beseitigen können und eine gute Korrekturwirkung zeigen. In der großen Dehnungsphase bei Proben mit großem Durchmesser kann jedoch aufgrund von Materialanhäufungen an der Kontaktfläche eine signifikante Änderung der Reibungsbedingungen auftreten, wodurch alle drei Korrekturmethoden Korrekturabweichungen aufweisen.