Die Geschlechtsplastizität bei Fischen weist eine hohe Plastizität auf, die sich in natürlicher Geschlechtsumkehr, primärer Umkehr und sekundärer Umkehr äußert. In den letzten Jahren haben eine Reihe von Studien gezeigt, dass die Geschlechtsplastizität bei Fischen eng mit Östrogen verbunden ist. Sobald die Synthese von Gonadenöstrogen blockiert wird, wandeln sich sowohl undifferenzierte als auch differenzierte Eierstöcke in Hoden um. Die durch das Fehlen von Genen des Geschlechtsbestimmungsweges induzierte Geschlechtsumkehr bei Fischen steht ebenfalls in Zusammenhang mit Östrogen. Wichtig ist, dass die Plastizität der Keimzellen von der gleichzeitigen Anwesenheit von foxl3 und dmrt1 abhängt; das Fehlen eines von beiden kann die Geschlechtsumkehr nicht durch Veränderung des Östrogenspiegels induzieren. Daher sind foxl3 und dmrt1 Schlüsselfaktoren für die Reaktion der Keimzellen auf Östrogen. Außerdem vermittelt das epigenetische Regulationsgen kdm6bb die temperaturinduzierte Geschlechtsumkehr durch alternatives Spleißen. Diese Studien vertiefen unser Verständnis der molekularen Mechanismen der Geschlechtsplastizität bei Fischen.